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Lage

Wiesenlandschaft_bei_BckweilerDer Bliesgau gehört geologisch zum Pfälzisch-Saarländischen Muschelkalkgebiet, liegt südöstlich von Saarbrücken und grenzt ans benachbarte Frankreich. Im Wesentlichen umfasst er das Gebiet der Stadt BlieskastelBlieskastel|||||Blieskastel ist der Hauptort des Bliesgau mit ca. 22.00 Einwohnern. Die Stadt grenzt an die Städte Homburg und St. Ingbert, das pfälzische Zweibrücken, die Gemeinden Gersheim, Kirkel und Mandelbachtal sowie das französische Département Moselle. Durch Blieskastel fließt der Fluss Blies, von dem auch der Name der Stadt hergeleitet wird. Blieskastel liegt im Verlauf der Bliesgau-Schleife des Saarland-Rundwanderweges. (Quelle: wikipedia.de) und der beiden Gemeinden GersheimGersheim|||||Gersheim liegt im Bliesgau, dem Südrand des Saarpfalz-Kreises. Es grenzt in einer Länge von 13 km an das französische Département Moselle, zudem an die Gemeinde Mandelbachtal und die Stadt Blieskastel, und hat ca. 6.900 Einwohner. und MandelbachtalMandelbachtal|||||Das Mandelbachtal liegt im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau, rund zehn km östlich von Saarbrücken und grenzt an die Städte St. Ingbert und Blieskastel, die Gemeinde Gersheim, den Regionalverband Saarbrücken und das französische Département Moselle. Der namensgebende Mandelbach durchfließt die Gemeinde von Nord nach Süd und mündet bei Habkirchen in die Blies.. Historisch und kulturell verbunden und mit den oben genannten drei Kerngemeinden im Zweckverband Biosphärenreservat Bliesgau zusammengeschlossen sind auch Kleinblittersdorf, Kirkel, Teile der Kreisstadt HomburgHomburg|||||66424 Homburg/Saar - Kreisstadt des Saarpfalz-Kreises ist mit ca. 47.000 Einwohnern auf 82,64 km² die drittgrößte Stadt des Saarlandes. An den Ausläufern des Pfälzerwaldes, ca. 230 m hoch gelegen, gilt die “Stadt des Baumes” als Gesundheitszentrum des Saarlandes mit medizinischer Fakultät und Universitätskliniken. Die grünste Stadt des Landes ist Schnittpunkt der A6 und A8, ICE-Haltepunkt und mit über 30.000 Arbeitsplätzen ein großer Wirtschaftsfaktor in der Region. (Quelle:wikipadia.de) und die Mittelstadt St. IngbertSt. Ingbert|||||Die Mittelstadt St. Ingbert ist mit 37.361 Einwohnern die fünftgrößte Stadt im Saarland.[2] Das Stadtgebiet umfasst die Stadtteile St. Ingbert-Mitte (mit Sengscheid), Rohrbach, Hassel, Oberwürzbach (mit Reichenbrunn und Rittersmühle) und Rentrisch. St. Ingbert liegt an den westlichen Ausläufern des Pfälzerwaldes. So ist der größte Teil des Stadtgebietes von naturnahem Buchenwald (etwas mehr als die Hälfte der Fläche, s. Schaubild) und sanften Hügeln geprägt . Die Kernstadt sowie die Stadtteile Rohrbach und Rentrisch werden vom Rohrbach durchflossen, der in die Saar entwässert. Die Bäche, die die Stadtteile Reichenbrunn, Oberwürzbach und Hassel durchfließen, entwässern in die Blies..

Die höchste Erhebung des Bliesgaus ist mit 401,1 m ü. NN der Große KahlenbergGroße Kahlenberg|||||Der Große Kahlenberg (meist nur Kahlenberg genannt) ist mit 401,1 m ü. NN[1] der höchste Berg des Bliesgaus im Saarpfalz-Kreis im Saarland (Deutschland). bei Breitfurt, auf dem die Ruine des Aussichtsturms AlexanderturmAlexanderturm|||||Auf dem Großen Kahlenberg wurde im Jahr 1893 der 26,35 m[2] hohe Aussichtsturm Alexanderturm fertiggestellt, der wegen der Nähe zu Böckweiler auch „Böckweiler Aussichtsturm“ hieß und zudem weithin sichtbar war. Heutzutage ist nur noch das aus dicken roten Sandsteinquadern bestehenden Erdgeschoss des Turms vorhanden. Sein quadratischer Grundriss hatte eine Seitenlänge von 5 m, der Innendurchmesser der oberen Plattform betrug 2,70 m. Unterschiedlichen Angaben zufolge führten 141 oder 142 Stufen hinauf. Wenige Tage nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde um Mitternacht vom 9. auf 10. September 1939 der Alexanderturm und die südwestlich stehende Bliesdalheimer Bliesbrücke von Pionieren der Wehrmacht gesprengt. (Quelle: wikipedia.de) steht.

Das Biosphärenreservat Bliesgau ist eine gewachsene Kulturlandschaft an einer der Nahtstellen Europas. Die jahrtausendelange Nutzung durch den Menschen hat hier ineinandergreifende Lebensräume entstehen lassen, die europaweit zu den artenreichsten zählen. Auf den Muschelkalkböden kann man nahezu die Hälfte der in Deutschland vorkommenden Orchideenarten bewundern. Die traditionelle, extensive Landwirtschaft ist heute noch deutlich an den kleinparzelligen, zum Teil heckengesäumten Feldern, zu erkennen. Der Verdichtungsraum im Norden und die insgesamt urbane Prägung lassen das Biosphärenreservat Bliesgau zur weltweit einmaligen Modellregion werden.

LandschaftenOrchideenwiese_bei_Gersheim

Der Bliesgau bietet eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft:

  • im Süden Muschelkalkböden, ländlich geprägt, struktur- und artenreiche Landschaft
  • Halbtrockenrasen mit Orchideen, Streuobstwiesen, historische Weinberge, bewaldete Höhen
  • die Blies mit ausgedehnten Auebereichen.

(Bildquellen: wikipedia.de)


Geschichte

GollensteinDie ältesten Siedlungsspuren stammen aus der mittleren Steinzeit. Bekannt ist der Gollenstein, ein 4000 Jahre alter Menhir. Bei Rubenheim (Ortsteil von Gersheim) und Wolfersheim (Stadtteil von Blieskastel) wurden 32 Grabhügel entdeckt.

Bei Reinheim wurde 1954 ein keltisches Fürstinnengrab gefunden. Es ist heute Teil des "Europäischen Kulturparks Bliesbruck-Reinheim". In dieser Anlage befinden sich auch Überreste einer römischen Siedlung.

Ein kompaktes Reihengräber-Gebiet markiert den Kern des frühmittelalterlichen Bliesgaus im 6. und 7. Jahrhundert. Die Belegorte des 8. bis 11. Jahrhunderts verbreiten sich über das gesamte Einzugsgebiet der Blies. Als Sitz einer Gaugrafschaft, die den Bliesgau und den westlich anschließenden Rosselgau umfasste, ist 1046 Habkirchen belegt. Nach 1100 kam der Name außer Gebrauch, um seit dem frühen 18. Jahrhundert in der gelehrten Literatur neu aufzuleben. Als Gaugrafen sind bezeugt

  • Erenfried, 888 Graf im Bliesgau, 895 Graf im Scarponagau, bis 904 bezeugt
  • Odaker, 893 Graf im Bliesgau, 901-902 Graf im Ardennengau
  • Hartung, 960 Graf im Bliesgau
  • Folkmar, 982 Graf im Bliesgau
  • Gottfried, 1087-1100 Graf im Bliesgau

Biosphärenregion

Logo_Biosphrenreservat_Bliesgau

Am 26. Mai 2009 wurde der Bliesgau durch die UNESCOUNESCO|||||Die United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO, dt. Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) ist eine Internationale Organisation und gleichzeitig eine der 17 rechtlich selbstständigen Sonderorganisationen der Vereinten Nationen. Sie hat ihren Sitz in Paris. (Quelle:wikipedia.de) als deutsches Biosphärenreservat anerkannt. Alle im Bliesgau liegenden Gemeinden hatten sich dafür eingesetzt. Für eine rasche Umsetzung wurde im Mai 2001 ein Förderverein "Freunde der Biosphärenregion Bliesgau e.V." gegründet, dem 2006 der Zusammenschluss der sechs Kommunen Blieskastel, Mandelbachtal, Gersheim, Kleinblittersdorf, Kirkel, Homburg und St. Ingbert zum "Zweckverband Biosphärenreservat Bliesgau" folgte. Diesem Zweckverband gehören außerdem der Saarpfalz-Kreis und das Saarland als Mitglieder an. Zweckverbandsvorsteher ist seit 2009 der Mandelbachtaler Bürgermeister Herbert Keßler.

Natur und Umwelt

landschaft bliesgau smallDer Bliesgau ist geprägt durch eine charakteristische Naturlandschaft, die sich aus weit ausladenden Streuobstbeständen, artenreichen Magerwiesen-Typen, ausgedehnten Buchenwäldern und einer von der stark mäandrierenden Blies durchzogenen Auenlandschaft zusammensetzt. Eine Besonderheit des Bliesgaus liegt in der Vielfalt seiner Landschaftstypen mit dem Ineinandergreifen unterschiedlicher Groß- und Kleinstlebensräume. Die Landschaft ist gekennzeichnet durch weit schwingende sanfte Hügel, sie ist durch eine Jahrtausende lange Nutzung von Menschen geprägt und gibt insofern als Kulturlandschaft den Lebensraum für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten ab Der Bliesgau verfügt über die größte Dichte an bedrohten Arten und Lebensraumtypen im südwestdeutschen Raum.

schmetterling bliesgau small

Im Bliesgau finden sich etwa 80 Prozent des gesamten südwestdeutschen Vorkommens an Steinkäuzen, die vom Aussterben bedroht sind. Eine Rarität stellt eine der größten Populationen des Skabiosen-Scheckenfalters dar, und auf den Muschelkalkböden finden sich nahezu die Hälfte der in Deutschland vorkommenden Orchideenarten. Eine der größten Orchideenwiesen befindet sich auf der Gemarkung der Gemeinde Gersheim. In den Auwäldern der Blies leben Biberpopulationen und der Eisvogel.

 


Männliches KnabenkrautDie Kalk-Halbtrockenrasen - trockene, flachgründige Wiesen - sind typisch für den Bliesgau. Sie sind vor allem wegen ihres Orchideenreichtums überregional bekannt und bedeutsam. Im Mai kann man an den Hängen bis zu 30 und damit fast die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Orchideenarten bewundern. Verschiedene Ragwurzarten, Knabenkräuter, Waldhyazinthen, die Bocksriemenzunge, Müllers Stendelwurz, die Grüne Hohlzunge, der Hängende Mensch: hier kann man sie alle entdecken.

Eine besondere Rolle bei der Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft Bliesgau spielt ihre Beweidung durch Rinder, Schafe und Ziegen. Durch eine extensive Beweidung wird der Erhalt der landschaftlichen Eigenarten gesichert und die Lebensbasis von bedrohten Tier- und Pflanzenarten sicher gestellt. Durch den Einsatz von Haustierrassen, die vom Aussterben bedroht sind (Thüringer Waldziege u.a.), leistet die Naturlandstiftung Saar einen weiteren Beitrag zur Arterhaltung im Bliesgau.

Den Anliegen der Ökologie und den Prinzipien der Nachhaltigkeit hat sich Spohns Haus in Gersheim verschrieben. Das ökologische Bildungszentrum mit angeschlossenem Schullandheim vermittelt in vielfacher Weise Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), eines der wichtigsten Ziele der UNESCO. Spohns Haus wurde bereits zum dritten Mal mit dem entsprechenden Gütesiegel der UNESCO ausgezeichnet (Weltdekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“).

Weinbau im Bliesgau

Die Römer brachten den Wein in den Bliesgau. Bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde an den Hängen des Bliestals Wein angebaut. Heute finden sich noch einige verwilderte Reben und Reste typischer Weinbergmauern (z.B. in Herbitzheim oder Habkirchen). In Walsheim gab es noch 1845 zwei Kelterhäuser. Auch das Rebenhäuschen, ein kleiner Rundbau mit Kuppelgewölbe (um 1800), gibt Zeugnis der alten Weinbautradition, deren Rekultivierung angestrebt wird. Direkt unterhalb des Häuschens sind neuerdings einige Weinstöcke gepflanzt. (Quelle: wikipedia.de)

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Weinberghäuschen bei Reinheim Weinberg bei Reinheim

Die Mönche des Gräfinthaler Klosters verkauften ihren Wein als "Engelswein". Heute finden sich noch Reste typischer Weinbergmauern. Auch das Rebenhäuschen in Reinheim zeugt von alter Weinbautradition.

Die frühesten Belege für Weinbau in Reinheim stammen aus dem 16. Jahrhundert. 1877 wird "Rhinnemer" Rother erwähnt. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts setzt ein langsamer Zerfall der Weinbautradition ein. 1928 sind noch fünf Weinbergbesitzer belegt. Nach der Instandsetzung einiger alter Rebanlagen wird seit ein paar Jahren wieder Wein angebaut.

Touristische Ziele

Der Bliesgau ist touristisch sehr gut erschlossen und hat somit ein sehr breit Tourismusprogramm zu bieten, was nicht zuletzt durch das Prädikat als Biosphärenregion aktiv vermarktet wird. So legt die Region neben dem Radfahren auch großen Wert auf das Wandern, was sich in vielen bestens beschilderten Wanderwegen und seit 2009 auch einem Premiumwanderweg zeigt. Selbst eine Variante des Jakobswegs durchzieht den Bliesgau von Speyer und Hornbach kommend in Richtung Saarbrücken. Die entsprechenden Markierungen finden sich beim Radfahren und wandern auf diversen Wirtschaftswegen.

Tiere

Schmetterlinge

Admiral

Admiral

Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 50 bis 65 Millimetern. Sie haben dunkelbraune Vorderflügeloberseiten, auf denen etwa in der Mitte eine breite rote Binde verläuft. Die Weibchen haben in dieser fast immer einen kleinen weißen Fleck. Die Spitzen der Vorderflügel sind schwarz gefärbt und tragen mehrere große und kleine, weiße Flecken. Die Hinterflügel sind ebenfalls dunkelbraun gefärbt und tragen eine breite rote Binde am Flügelaußenrand. In dieser verläuft in der Mitte eine schwarze Punktreihe. Am äußersten Rand aller vier Flügel verläuft eine sehr dünne, weiße Linie, die kurz durch schwarze Punkte unterbrochen wird.

Die Raupen werden etwa 40 Millimeter lang. Sie sind in ihrer Färbung je nach Verbreitungsgebiet variabel, grundsätzlich aber gelblich grau oder braun bis schwarz gefärbt und haben an den Seiten eine Fleckreihe aus unterschiedlich großen, cremefarbenen Flecken. Diese sind besonders bei dunklen Raupen deutlich. Manchmal fehlen diese Flecken aber völlig.

Silbergrüner Bläuling

Silbergrüner BläulingDer Silbergrüne Bläuling (Polyommatus coridon) ist ein Schmetterling (Tagfalter) aus der Familie der Bläulinge (Lycaenidae). Die Art besiedelt trockene und sonnige, schwach bewachsene Habitate und kommt trotz des Rückgangs solcher Lebensräume meist noch häufig und in großen Individuenzahlen vor. Wie bei vielen Bläulingen leben auch die Raupen des Silbergrünen Bläulings in Symbiose mit Ameisen.

  

 

Pflanzen

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